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Enttäuscht: Estlands Studentenstadt Tartu

Enttäuscht: Estlands Studentenstadt Tartu

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 9

Tja, was soll ich zu Tartu sagen, es ist eine kleine Studentenstadt mit 103.000 Einwohnern, wovon ca. 18.000 Studenten sind. Warum ich nach Tartu überhaupt gekommen bin? Weil es eine Partnerstadt meiner Heimatstadt Lüneburg ist. Vielleicht ist es im Sommer schöner, wenn mehr Leute draußen sind und es mehr Studentenpartys gibt, aber als ich dort war, herrschte dort eher Friedhofsruhe.

Hier ein paar Eindrücke von Tartu:

Das Rathaus und der Brunnen mit zwei sich küssenden Studenten.

Das Rathaus und der Brunnen mit zwei sich küssenden Studenten.

Blick auf die Hinterseite vom Rathaus und den Marktplatz.

Blick auf die Hinterseite vom Rathaus und den Marktplatz.

Streetart in Tartu.

Streetart in Tartu.

 

Das Anatomie-Institut der Universität Tartu.

Das Anatomie-Institut der Universität Tartu.

Ruine der Kathedrale von Tartu.

Ruine der Kathedrale von Tartu.

Universitätshauptgebäude der Universität Tartu.

Universitätshauptgebäude der Universität Tartu.

Schiefes Haus am Marktplatz von Tartu.

Schiefes Haus am Marktplatz von Tartu.

 

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Mein Block – Vom 1. bis zum 13. Stock

Mein Block – Vom 1. bis zum 13. Stock

Oft werden Plattenbauten mit negativen Wörtern in Deutschland verbunden. Plattenbausiedlungen gelten in Westeuropa gemeinhin als soziale Brennpunkte und darin wohnen wollen freiwillig nur die wenigsten. In Osteuropa und damit auch in Belarus ist das anders. Fast jeder wohnt in der „Platte“. Auch die meisten Studentenwohnheime sind in dieser Bauweise errichtet worden.

Der 13 Stockwerke zählende Bau des „Obscheschite Nr. 2“ in dem ich wohne wurde 1974 errichtet und 2004 renoviert. Dabei sollte man jedoch wissen, dass hier das Erdgeschoss schon der 1. Stock ist und nach der deutschen Zählweise das Gebäude nur 12 Stockwerke hat. Welcher Student in welches Wohnheim kommt, wird eigentlich nach Fakultäten aufgeteilt. Ausländische Gaststudenten genießen allerdings das Privileg in diesem renovierten und zentrumsnahen Wohnheim in der Oktjabrskaja Straße untergebracht zu sein. Von hier aus sind es nur zehn Minuten zu Fuß bis zum Palast der Republik.

Am Eingang sitzt meist eine ältere Frau, die kontrolliert wer reinkommt. Denn Zutritt haben nur Studenten, die auch einen Wohnausweis vorzeigen können. Wer nicht in diesem Wohnheim wohnt, muss den Ausweis seines Wohnheims an der Rezeption abgeben, sich eintragen und darf dann erst das Drehkreuz passieren. Kommen und Gehen ist jedoch auch nicht immer möglich. Bis 24Uhr hat das Wohnheim offiziell nur geöffnet, danach kommen nur diejenigen rein, die sich mit der Nachtwächterin gut gestellt haben, aber selbst darauf würde ich mich nicht verlassen. Auch das die drei Aufzüge immer funktionieren ist nicht selbstverständlich. Mir ist es zum Glück noch nicht passiert, dass ich im Fahrstuhl stecken geblieben bin, aber um in den achten Stock zu kommen, wo ich wohne, durfte ich schon des öfteren die Treppe benutzen. Der Fahrstuhltechniker sollte bei uns im Haus wohnen, dann könnte er sich die täglich Fahrt zu unserem Wohnheim sparen.

Die Zimmer haben alle drei Betten, einen Tisch, drei Stühle, einen Schreibtisch, drei kleine Regale, drei Nachtschränke und einen großen Schrank. Außerdem gibt es zwei LAN-Anschlüsse für Internet. Damit dieses funktioniert, muss ein Programm auf dem Computer installiert sein. Das dieses aufzeichnet welche Seiten besucht werden, glaube ich zwar nicht, ein gutes Gefühl gibt es mir aber auch nicht. Dass das Internet stark überwacht werden kann beziehungsweise wird ist aber klar, denn erst im Sommer hat Ericsson neue Überwachungstechnik geliefert, welche DPI (Deep Packet Inspection) möglich macht.

Seit dem 15. Oktober geht sogar unsere (zentral geregelte) Heizung. Das war der Tag an dem in ganz Minsk die Heizungen angestellt wurden, unabhängig davon wie warm oder kalt es draußen ist. Bei zu viel Wärme im Zimmer wird das Fenster geöffnet.

Auf jeder Etage gibt es eine Küche mit mehreren Herden und Backöfen, ein Zimmer für den bzw. die „FlurkommandantIn“ wie sie unter uns Deutschen heißt (ihre genaue Funktion haben wir noch nicht herausbekommen) und was am aller bequemsten ist: einen Schacht in dem sämtlicher Müll verschwindet. Das Wort Mülltrennung ist hier ein Fremdwort. Die „Flurkommandantin“ auf meinem Flur ist immer sehr nett, fragt ob alles okay ist und erinnert ans putzen, dabei sieht es bei meinem Mitbewohner und mir noch sehr ordentlich aus, in anderen Zimmern liegen Essensreste im ganzen Zimmer verteilt und unterm Tisch liegt ein Kartoffelsack aus dem die sandigen Knollen schon herausquellen. Im Wohnheim gibt es außerdem noch einen Fitnessraum, einen Lernraum, ein Fernsehzimmer und mehrere andere Freizeiträume. Aus den Küchen strömt meist ein starker Geruch von Essen. Es kann schon mal vorkommen, dass am Abend jede Etage anders riecht.

Bevor ich hierher gekommen bin, war ich davon ausgegangen, dass Gaststudenten ein Einzelzimmer bekommen, leider habe ich mich getäuscht. Jetzt wohne ich mit einem anderen Deutschen zusammen in einem Zimmer, dass ist nicht immer einfach aufgrund der fehlenden Privatsphäre. Das eigene 20qm. große Zimmer in Deutschland ist dagegen schon ein Luxus gewesen. Eigentlich sollte noch ein dritter Deutscher im Zimmer wohnen, aber der wohnt zum Glück bei seiner Freundin.

Mit dem Nachbarzimmer teilen wir uns Dusche und Bad, die von einem Vorflur, der zwischen Hauptflur und unseren Zimmern liegt, abgehen. Unsere Zimmernachbarn kommen beide aus Südkorea, sind freundlich und umgänglich, aber viel miteinander zu tun haben wir nicht.

Insgesamt habe ich aber Glück gehabt, denn es soll auch Studentenwohnheime geben, in denen vier Studenten in einem Zimmer leben. Im ersten Wohnheim in dem ich für zwei Nächte war, befand sich die Toilette auf dem Gang und die Duschen im Keller, von daher kann ich mich eigentlich nicht beschweren, ein eigenes Zimmer wäre aber trotzdem super.

Der fehlgeschlagene Versuch einen Smiley und БГУ mit dem Licht der Fenster zu schreiben.

Der fehlgeschlagene Versuch einen Smiley und БГУ mit dem Licht der Fenster zu schreiben.

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Mein Vormittag in einem belarussischen Krankenhaus

Mein Vormittag in einem belarussischen Krankenhaus

Relativ unscheinbar fügt er sich in die Umgebung ein. Der Plattenbau der Studentischen Poliklinik in Minsk. Um 6:30Uhr bin ich heute Morgen aufgestanden, um früh da zu sein. Ich schaue auf meinen Laufzettel und sehe eine Reihe von Ärzten. Alle sind sie dabei: Augenarzt, HNO-Arzt, Neurologe und einige weitere Untersuchungen. Als erstes steuere ich den HNO-Arzt an, da es noch früh am Morgen ist, komme ich als Erster dran. Begrüßt werde ich freundlich von einer älteren korpulenten Ärztin. Alles geht ganz schnell, erst schaut sie mir in den Rachen, dann in die Ohren, danach in die Nase und anschließend tastet sie noch meine Mandeln ab. Um einen Stempel reicher auf meinen Zetteln mache ich mich auf zum Augenarzt. Dort hat sich schon eine kleine Schlange gebildet.

Von innen sieht das Krankenhaus so aus, wie man sich ein etwas in die Jahre gekommenes Sowjetkrankenhaus aus den 60ern vorstellt. Ziemlich schummriges Licht auf den Gängen, viele Leute, die warten und die bauliche Substanz ist ebenso sanierungsbedürftig wie die Einrichtung des Hauses.

Die Augenärztin stellt sich ebenfalls als eine etwas rundliche, ältere Ärztin heraus, die sogar freudig ein paar Brocken Englisch mit mir versucht zu sprechen. Das Einzige was ich hier machen muss, ist ein paar Kreisöffnungen erkennen. Dies gelingt bei beim rechten Auge mit etwas raten relativ gut, beim linken klappt es perfekt. Als ich draußen bin, habe ich einen weiteren Stempel, der mir bescheinigt, dass ich auf beiden Augen 100% Sehkraft hätte. Naja, Hauptsache ein weiterer Stempel.

Jetzt wage ich mich an die etwas „gefährlicheren“ Untersuchungen heran: Blutabnahme aus dem kleinen Finger. Bei dieser Station hat sich schon eine lange Schlange gebildet. Fast eine Stunde muss ich anstehen, bis ich schließlich drankomme. Ein kleiner Piekser und ich bin schon wieder draußen. Bei dieser Prozedur habe ich natürlich genauestens darauf geachtet, wie steril die Ärztin arbeitet. Ein bisschen mulmig ist mir aber schon gewesen.

Doch nun kommt es zum eigentlichen „Höhepunkt“, vor mir liegt das Röntgen. Zweck dieser Prozedur ist die Erkennung von Tuberkulose. Nach fast 1 ½ Stunden anstehen, komme ich dran. Zuvor hatte ich schon Schauergeschichten gehört, man müsse ich komplett ausziehen und würde mit mehreren an einer nackten kalten Stahlwand stehen. Bevor in eintrete, merke ich wie meine Hände langsam kalt und blass werden. Zusammen mit zwei anderen Männern aus Turkmenistan gehe ich in den Warteraum. Natürlich bin ich als Erster dran … „Ausziehen!“ kommt das Kommando. Zum Glück nur mein Hemd. Dann gehe ich in den Raum, dessen Tür ein großes Warnschild mit einem Atomzeichen trägt. Alleine. Dort werde ich von einer älteren Frau mit weißem Mantel an das kalte Röntgengerät gedrückt. Eine Bleischürze bekomme ich nicht… Also falls jemand eine übrig hat, möge er sie bitte an das Krankenhaus spenden. Immerhin sieht das Gerät relativ neu aus.

Voller Entschlossenheit gehe ich nun zum nächsten Arzt in den dritten Stock, dort soll laut meinem Zettel ein EKG stattfinden. Doch vor mir tut sich schon wieder eine lange Schlange auf und nach einer Viertelstunde, in der nur eine Person reingegangen ist, beschließe ich woanders hinzugehen. Schließlich sind immer noch vier Ärzte auf dem Programm.

Ich entscheide mich dorthin zu gehen, bei dem ich nicht weiß was passieren wird. Ein bisschen Abwechslung und Spannung muss ja sein. Nach nur 20 Minuten Wartezeit darf ich eintreten. Mit sichtlich schlechter Laune weist die Ärztin mich an, auf einem Stuhl am Fenster Platz zu nehmen. Ich ahne böses. Schon wieder Blutabnahme. Dieses Mal jedoch aus dem Arm. Wofür auch immer. Hier gibt es erneut wieder einen Stempel.

Morgen, am Samstag muss ich wieder hin, denn der Physiologe und der Neurologe waren heute nicht da und das EKG muss ich auch noch hinter mich bringen.

Fazit: Alles nicht sooo schlimm wie ich es mir vorgestellt habe, krank sein möchte ich hier aber trotzdem nicht! Für die ganzen Untersuchungen musste ich übrigens gestern schon bei der Anmeldung 60€ bezahlen.

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Die Vorbereitungen laufen

Die Vorbereitungen laufen

Jetzt sind es nur noch 27 Tag bis das Studium in Belarus beginnt. Langsam wird es spannend. Ein Visum habe ich zwar noch nicht beantragt, aber dafür habe ich schon die dafür benötigte Einladung von meiner Gastuniversität in Minsk erhalten.

Zur Vorberitung habe ich einen tollen Reiseführer zum Geburtstag geschenkt bekommen. Der Reiseführer ist auf Englisch und im Bradt-Verlag erschienen. Das besondere an diesem Reiseführer: Er ist der Einzige aktuelle und umfassende Reiseführer der nur Belarus behandelt.

Auch eine Landkarte von Belarus habe ich schon. Auch diese war nicht einfach zu bekommen in Deutschland.

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