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Getroffen: Die belarussische Opposition an der Dönerbude in Vilnius

Getroffen: Die belarussische Opposition an der Dönerbude in Vilnius
Der Marktplatz von Vilnius. Foto: Jan-Henrik Wiebe

Der Marktplatz von Vilnius. Foto: Jan-Henrik Wiebe

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 1

Früh morgens geht es von Minsk nach Vilnius. Die Zugfahrt dauert gerade mal knapp drei Stunden, doch zwischen den beiden Städten scheinen Welten zu liegen. Auf der einen Seite Minsk: Eine eher graue Stadt die im Stalinstil erbaut wurde, in einem Land das als politisch unfrei beschrieben werden könnte, mit seinem langjährigen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Das Stadtbild wird von vielen Soldaten und Polizisten geprägt. Die Häuser sind eher hoch und eine wirkliche Altstadt gibt es nicht, denn die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig von den Deutschen zerstört.

Auf der anderen Seite Vilnius: Die Stadt mit seinen über 50 Kirchen wird auch als „Rom des Ostens“ bezeichnet und hat den Namen mehr als verdient, wie ich später feststellen werde. Read the rest of this entry

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Medien in Belarus: Magazine

Medien in Belarus: Magazine

Nachdem ich vor zwei Monaten schon belarussische Tageszeitungen vorgestellt habe (Teil 1, 2), will ich nun zwei Magazine vorstellen, die es nur in Belarus gibt und kein Ableger vom russischen Original sind. Viele der Magazine die es in Belarus zu kaufen gibt, kommen eigentlich aus Russland.

Большой

Das mir vorliegende Exemplar ist die Ausgabe vom Oktober 2012. Auf dem Titel befindet sich nichts außer eine Zeichnung von Michael Jackson als er noch jung war und schwarze Haut hatte. Das Bolschoi Magazin versteht sich als Stadtmagazin für Minsk. Seine Zielgruppe sind gebildete Bürger die sich Luxusartikel leisten können. Ähnlich wie in deutschen Lifestylemagazinen gibt es hier Werbung für teure Autos, Parfüm, Uhren und andere Luxusartikel. Die Artikel sind in russischer Sprache geschrieben.

Zu Beginn sind einige kurze gekaufte Reklame-Artikel, die leider auch nicht als Werbung gekennzeichnet sind. Aber dieses Problem gibt es in Deutschland ja auch bei vielen Lifestyle-Magazinen und besonders bei Stadtmagazinen. Natürlich dürfen auch Seiten mit den neusten Gadgets nicht fehlen. Auch Kolumnen sind im Heft zu finden, sogar sehr weit vorne. Im mittleren Teil des Magazins sind mehrere Interviews, unter anderem mit einem russischen Journalisten, einem iranischen Professor und einem belarussischen Künstler. Danach kommen noch ein paar Seiten über Mode. Ganz am Schluss kommen noch ein paar Seiten, auf denen Menschen in ihren Wohnungen und einige Einrichtungsgegenstände abgebildet sind. Sie erinnern ein wenig an die Bilder von freundevonfreunden.com, nur das es keine Berliner Designer sind, deren Wohnungen gezeigt werden, sondern einfache Menschen aus Minsk.

Insgesamt ist das Magazin vom Design her von ziemlich guter Qualität. Man merkt, dass die Blattmacher sich viele Gedanken über die Gestaltung gemacht haben. Auch die Themenauswahl ist interessant. Das Bolshoi Magazin könnte von der Aufmachung her auch ein deutsches Stadtmagazin sein. Leider habe ich keine bedeutenden innovativen Ansätze finden, sowohl beim Design als auch bei den Themen.

yoga+life

Die mir vorliegende Ausgabe aus dem November 2012 ist 130 Seiten stark, kostet etwa 2,10€ und enthält nur wenige Seiten über Yoga, dafür aber eine Menge über Leben. Im Vergleich zu Magazinen in Deutschland aus dieser Sparte, enthält yoga+life sehr sehr wenig Werbung. Auch deutsche Firmen werben im Magazin, dazu gehören: Audi, VW und Weleda. Zielgruppe dürften Verbraucher zwischen 25 und 50 Jahren sein, die eher vermögend sind, auf eine gesunde Ernährung achten und ein wenig alternativ aber trotzdem chic sind. Neben Yoga-Stellungen gibt es eine Reportage über eine Seifenherstellerin, Kochtipps, eine Reportage aus Nepal mit vielen schönen Fotos und eine Interviewreihe mit Partymenschen. Außerdem gibt es die unvermeidlichen Buch-, Alben- und Filrezensionen im Heft zu finden. Das Design ist sehr übersichtlich und gut. Auf Grund der sehr vielen Fotos lässt sich das Magazin sehr schnell durchblättern. Schade, denn das Magazin hat eigentlich Potenzial vielleicht auch mal eine gute investigative Reportage über das eigene Land aufzunehmen, so wie es Günter Wallraff macht.

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