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Opposition im Gefängnis, Fans im Stadion, Wirtschaft auf Talfahrt

Opposition im Gefängnis, Fans im Stadion, Wirtschaft auf Talfahrt

Valera, das Maskottchen der WM„Alles wird Hockey“ verspricht der Werbespruch eines großen amerikanischen Erfrischungsgetränkeherstellers in weißen geschwungenen Lettern auf rotem Grund. Doch so prickelnd, wie es von vielen Reklametafeln im ganzen Land verkündet wird, geht es Belarus nicht.

Pünktlich zur Eishockey-Weltmeisterschaft wurden knapp 30 Menschenrechtler, Oppositionelle und politische Aktivisten eingesperrt. Die meisten Fans die zur WM gekommen sind, dürften gar nicht mitbekommen haben, dass ausländische EU-Politiker und Menschenrechtsaktivisten gar nicht ins Land einreisen durften, obwohl die Regierung versprochen hat, dass nur ein Ticket für ein Eishockeyspiel nötig sei. Verschwiegen haben sie, dass die Menschen, die schon zuvor auf der so genannten „schwarzen Liste“ standen, nicht einreisen durften. So traf es beispielsweise den EU-Parlamentarier Marek Migalski aus Polen sowie norwegische Jugendliche die Mitglieder der Jugendorganisation der Christdemokraten sind und an der Grenze abgewiesen wurden.

Stattdessen besaufen sich die Fans am Verhältnisweise billigen belarussischen Bier (ausländisches Bier wurde zuvor, für die Zeit der WM, verboten zu verkaufen) und erfreuen sich über die meist weiblichen „Freiwilligen“ in ihren Priorbank/Raiffeisenbank-Jacken, die so etwas wie Englisch sprechen können und ihnen den Weg zeigen.

Nach der WM wird die Wirtschaft von Belarus jedoch auf Talfahrt gehen, dank eines Kredites von zwei Milliarden Euro der russischen Regierung nicht sofort, aber wohl am Ende des Jahres, wenn nicht ein neuer Milliardenkredit gewährt wird.

Der Werbespruch reimt sich im russischen auf „Okay“, doch im Staate Lukaschenkas ist nichts in Ordnung. Die Währungsverfall ist eines der deutlichsten Zeichen in welche Richtung das Land zur Zeit taumelt. Vor einem Jahr bezahlte man Ende Mai noch 136,67€ für 1,5 Mio. belarussiche Rubel, inzwischen sind es nur noch 111,83€. Die Währungsreform ist nur noch eine Frage der Zeit. Eine weitere große Gefahr ist die Übernahme von großen belarussischen Unternehmen durch russische Oligarchen, die dem Kreml nahe stehen, denn dies ist zur Zeit das Prinzip der Hilfe vom großen Bruder. Die russische Regierung gibt Geld und Putins Freunde übernehmen nach und nach belarussische Firmen. Der chronisch klamme Staat ist auf die russischen Rubel angewiesen, denn auf Geld aus Europa kann er kaum hoffen, dafür ist der autoritäre Staat zu isoliert. Ein Dilemma für Präsident Lukaschenka, aus dem er kaum herauskommt, außer er lässt die politischen Gefangenen frei und es gibt erstmals freie Wahlen im Herbst 2015.

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