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Wie komme ich nach Minsk zur Eishockey-Weltmeisterschaft?

Wie komme ich nach Minsk zur Eishockey-Weltmeisterschaft?
Die Minsk-Arena kann bis zu 15.000 Zuschauer fassen.

Die Minsk-Arena kann bis zu 15.000 Zuschauer fassen.

Für alle Eishockeyfans und alle anderen die schon immer gerne nach Minsk wollten, habe ich hier mal eine kleine Anleitung zusammengestellt, was sie beachten sollten, wenn sie nach Belarus zur Weltmeisterschaft reisen wollen. Alle wichtigen Fragen werden geklärt: Wo gibt es günstige Tickets? Brauche ich ein Visum? Wie sicher ist die Stadt? Wie komme ich dahin und wo kann ich übernachten?

Eintrittskarten

Wer nicht teuer über eine Agentur seine Eintrittskarte kaufen will, kann dies über Ticketpro.by machen, einer belarussischen Website die ähnlich wie Eventim.de ist. Es gibt auch E-Tickets die einfach mit der Kreditkarte bezahlt werden und dann zu Hause ausgedruckt werden können. Die Seite ist eigentlich sehr sicher und vertrauenswürdig. Leider ist nicht alles übersetzt worden. Wer kyrillische Buchstaben lesen kann ist im Vorteil. Zur Not einfach Google-Translator benutzen.

Visum

Normalerweise brauchen Besucher die nach Belarus kommen wollen ein Visum und dafür eine Einladung. Zur Eishockey-WM wurde diese Regel allerdings ausgesetzt. Bedingung ist jedoch, dass man ein Original- oder E-Ticket besitzt und den Grenzbeamten vorzeigen kann. Diese Regel gilt vom 25. April bis 31. Mai 2014. Angeblich soll in der Zeit auch die Regelung mit der Pflicht-Krankenversicherung, die jeder EU-Bürger bei der Einreise sonst abschließen muss, ausgesetzt sein.

Anreise

Auto

Von Berlin sind es mit dem Auto etwa 1100 Kilometer. Neben den Spritkosten kommen in Polen auch noch Kosten für die Autobahnmaut hinzu. In Polen ist die Autobahn von der deutsch-polnischen Grenze bis Warschau in einem sehr guten Zustand und mindestens auf deutschen Standard. Noch etwas komplizierter ist es in Belarus, wo es seit dem 1. August 2013 ein Mautsystem für einige Straßen gibt. Alle Autofahrer aus EU-Ländern müssen sich dafür bei Beltoll ein Gerät für 25 Euro kaufen. Das System funktioniert ähnlich wie das deutsche Mautsystem von Toll Collect. Die Straßen in Belarus sind in Ordnung, aber nicht so gut wie die Autobahnen in Deutschland. Es ist im allgemeinen eher abzuraten mit dem Auto einzureisen.

Bahn

Von Berlin nach Minsk gibt es alle paar Tage eine Direktverbindungen nach Minsk. Die Fahrt dauert dann “nur” 17 Stunden. Wer die Möglichkeit hat, sollte diese Verbindung nehmen. Alle anderen Verbindungen dauern teilweise 40 Stunden, sind sehr kompliziert oder eigentlich kaum möglich. Nur die Verbindung über Prag, mit einem Umstieg, ist ebenfalls noch zum empfehlen. Eine Zugfahrt von Berlin nach Minsk kostet etwa 120 Euro.

Bus

Die wahrscheinlich günstigste Variante, außer man fährt per Anhalter, ist der Bus. Es gibt sowohl Direktverbindungen, die etwas teurer sind als die sehr preisgünstige Variante über Vilnius, Litauen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur empfehlen über Vilnius zu fahren. Mehrere Anbieter fahren teilweise mehrmals täglich vom Berliner ZOB dorthin: Ecolines (ca. 32,30€), Simple Express (36€) oder Eurolines (ca. 65€). Ich kann von diesen drei Anbietern Ecolines und Simple Express empfehlen, da sie die besten Busse, guten Service und meist auch WLAN im Bus haben.

Von Vilnius kann man ebenfalls mit Ecolines fahren. Diese Fahrt kostet noch mal ca. 13 Euro. Falls Ecolines ausgebucht ist, kann man spontan am Busbahnhof nach weiteren Bussen fragen und sich vor Ort ein Ticket kaufen. Falls auch dies nicht mehr möglich ist kann man einfach in den Bahnhof gehen, der neben dem ZOB ist, und sich dort ein Zugticket kaufen. Pro Tag gibt es mehrere Züge von und nach Minsk. Die Zugfahrt kostet bei später Buchung rund 20 Euro.

Flugzeug

Direktflüge aus Deutschland und Österreich nach Minsk gibt es mit Belavia aus Berlin, Hannover, Frankfurt am Main und Wien, sowie mit Lufthansa aus Frankfurt/Main. Lufthansa ist in der Regel günstiger als Belavia. Anonsten fliegt seit kurzem auch Air Baltic von Riga aus nach Minsk. Diese Verbindung sollte man auch beachten, da sie meist eine der günstigsten ist. Vom Flughafen kann man entweder mit dem Taxi oder mit dem Bus in die Stadt fahren. Taxi ist teurer, besonders für Ausländer. Dem Busfahrer sollte man “Zentralny Voksal” sagen, falls er kein Englisch spricht. Dann landet man am ZOB, mitten im Stadtzentrum.

Sicherheit

Im autoritär regierten Belarus muss man sich in der Regel keine Sorgen machen. Minsk ist eine sehr sichere Stadt in der viele Soldaten und Polizisten auf den Straßen zu sehen sind. Es ist abzuraten bei Konflikten mit der Polizei Schmiergeld zu zahlen, außer sie machen einem sehr deutlich, dass sie welches haben wollen (ich hatte während meiner 9 Monate im land nie Probleme, ich habe sie meist als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen). Die Polizei ist nicht so korrupt wie in Russland. Illegale Drogen sollte man in diesem Land weder besitzen noch konsumieren, die Strafen dafür sind relativ hoch. In der Nacht sollte man sich auch nicht alleine als Ausländer auf einen Spaziergang durch die entlegeneren Ecken von Minsk begeben. Es ist aber nicht so gefährlich wie wenn man als ein Schwarzer durch Berlin-Lichtenberg geht, trotzdem sollte man vorsichtig sein. Vor Nazis und Hooligans, anders als in Moskau oder St. Petersburg, muss man sich nicht fürchten, die gibt es zum Glück kaum. Homosexuelle sollten ihre Neigung nicht in der Öffentlichkeit zeigen, die Menschen sind in dieser Beziehung nicht so tolerant wie in Deutschland. Wer ein belarussisches Gefängnis oder Polizeistation von innen sehen will, sollte eine weiß-rot-weiße Fahne mitbringen, die Fahne der Opposition ;-)

Übernachtung

Neben den vielen teuren Hotels die es überraschenderweise in Minsk gibt, kann ich nur empfehlen Couchsurfing zu machen. Dabei lernt man nette Menschen aus Belarus kennen und erfährt viel über das Land. Ansonsten gibt es Hotels von 50 bis 4000€ pro Nacht oder das “Fan-Village” mit Preisen von 10-30 Euro pro Nacht. Die Couchsurfing-Community ist mit über 12.000 Leuten sehr groß. Wer also schon Erfahrungen im Couchsurfing hat, keine Probleme auf einer schmalen Couch zu schlafen oder sich ein Zimmer zu teilen hat, dem kann ich nur empfehlen das zu machen. Die Couchsurfer die ich kennengelernt habe sind alle super nett und sehr interessiert an anderen Ländern, Sprachen und Kulturen. Eine weitere Möglichkeit ist airbnb, da gibt es ganze Appartments, Zimmer oder Gemeinschaftszimmer in verschiedenen Preisklassen zu mieten. Bis jetzt scheint auch noch eine Menge frei zu sein (Stand: 02.01.14).

Mehr Informationen: Wikitravel, Offizielle Homepage Minsk 2014, Deutsche Botschaft in Minsk, Belarussische Botschaft in Minsk

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Vereinigt: Mit vier Europäerinnen in einer Schwulen-Bar in Tallinn

Vereinigt: Mit vier Europäerinnen in einer Schwulen-Bar in Tallinn

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.
Teil 6
Ganz im Norden von Europa von Osteuropa befindet sich ein Land, dass in vielen Dingen einen Schritt voraus ist. Vor allem im IT-Bereich. Es ist quasi das gottgelobte Land für alle Nerds und Geeks. Um dorthin zu kommen, hat mein Couchsurfer-Gastgeberpärchen mir den Reisebus empfohlen. Der sei am billigsten und schnellsten. Ganz einfach und schnell haben wir am Frühstückstisch ein Ticket nach Tallinn im Internet gekauft, Sitzplatz ausgesucht, per Kreditkarte bezahlt und ausgedruckt.
Nachmittags am großen Busterminal muss ich mein übriges lettisches Geld noch in Euros umwechseln, kaufe mir ein Sandwich und eine Sprite und muss dann auch schon zum Bus. Der ist gar nicht so leicht zu finden, so viele Busse stehen hier, fahren los oder kommen an. Ganz am Ende des Bussteiges steht dann meiner, ein gelber Bus der russischen Firma Ecolines, einem der Marktführer in Osteuropa und Russland. Mein Gepäck wird eingescannt, bekommt wie beim Flughafen einen Aufkleber und im Bus selber serviert eine Stewardess Getränke. Doch das beste auf der Fahrt: kostenloses drahtloses Internet. Die Fahrt ist angenehm und ruhig. Obwohl ich heute wenig gemacht habe, bin ich müde vom Tag. Bei meiner Couchsurfer-Gastgeberin, einer Finnin, die direkt im alten Stadtzentrum an der historischen Stadtmauer wohnt, schlafe ich nach dem Duschen sofort ein. Read the rest of this entry

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Erklommen: Die zweithöchste Düne Europas auf der Kurischen Nehrung im Winter

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Fischerhäuser in Nida.

Fischerhäuser in Nida.

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 4

Geplant war zur Mittagszeit mit der Fähre vom Hafen in Klaipeda hinüber zur Kurischen Nehrung zu fahren und dann mit dem Minibus bis nach Nida, doch es kam mal wieder anders. Zusammen mit etwa acht anderen Passagieren fuhr ich mit der kleinen Fähre vom alten Hafen in Klaipeda rüber zur Kurischen Nehrung. Die Fahrt dauert nur knappe fünf Minuten. Dort angekommen gehe ich zu einem schon wartenden Minibus. Im Internet-Fahrplan stand, dass der Bus wenige Minuten nach Ankunft der Fähre nach Nida fahren würde. Doch der Busfahrer erklärte mir, zwei Frauen und einer Mutter mit Kind, dass er erst in zwei Stunden fahren würde. Also schnell zurück zur Fähre, denn im Winter hat kein Kiosk am Fährterminal geöffnet. Ein neues Ticket muss ich zum Glück nicht kaufen, da das Hinfahrtticket auch für die Rückfahrt gilt. Jetzt heißt es die Zeit totschlagen. Ich gehe ein wenig Spazieren und setze mich in ein Café, ein heißer Kakao wärmt mich wieder auf. Es ist kalt draußen, so um die -15°C. Read the rest of this entry

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