Gegangen: Als vermutlich einziger Tourist in Vitebsk auf Chagalls Spuren

Gegangen: Als vermutlich einziger Tourist in Vitebsk auf Chagalls Spuren

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 10

Es ist noch sehr früh am Morgen, als mein Zug aus Riga in Vitebsk ankommt. Ich bin müde, auf Grund der Grenzkontrollen auf halber Strecke konnte ich auch nicht viel schlafen. Im Bahnhof von Vitebsk suche ich zuerst die Gepäckabgabe, bringe dort meinen großen Rucksack hin, und gehe dann auf die Suche nach einer ruhigen Ecke wo ich noch vielleicht ein Stündchen dösen kann. Im 1. Stock werde ich fündig, dort gibt es einen großen Saal, der halbdunkel ist. Ich trete ein und gehe zur nächsten Bank. Meine Kamera und einen Rucksack mit Karten, Reiseführer und was zu essen benutze ich als Kopfkissen. Plötzlich höre ich hinter mir eine Stimme, die anscheinend mich meint. Ich gehe zu der älteren Frau und will wissen, was denn los sei. Ich dachte erst das sie mein Zugticket sehen will, aber das will sie gar nicht. Sie zeigt ein Schild. Darauf steht, dass man für den Aufenthalt in diesem Saal bezahlen muss. Also gut, ich gebe der Frau das Geld für die nächsten zwei Stunden und lege mich schlafen.
Nach knapp einer Stunde geht plötzlich das Licht an, keine Chance mehr weiter zu schlafen. Ich versuche langsam wach zu werden, gehe zu einem kleinen Restaurant wo es Tee und etwas zu essen gibt. Draußen ist es immer noch dunkel und so richtig werde ich nicht wach. Red Bull oder ähnliches ist im Bahnhof leider nicht zu bekommen. Normale Supermärkte öffnen erst um 8Uhr. Read the rest of this entry

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Enttäuscht: Estlands Studentenstadt Tartu

Enttäuscht: Estlands Studentenstadt Tartu

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 9

Tja, was soll ich zu Tartu sagen, es ist eine kleine Studentenstadt mit 103.000 Einwohnern, wovon ca. 18.000 Studenten sind. Warum ich nach Tartu überhaupt gekommen bin? Weil es eine Partnerstadt meiner Heimatstadt Lüneburg ist. Vielleicht ist es im Sommer schöner, wenn mehr Leute draußen sind und es mehr Studentenpartys gibt, aber als ich dort war, herrschte dort eher Friedhofsruhe.

Hier ein paar Eindrücke von Tartu:

Das Rathaus und der Brunnen mit zwei sich küssenden Studenten.

Das Rathaus und der Brunnen mit zwei sich küssenden Studenten.

Blick auf die Hinterseite vom Rathaus und den Marktplatz.

Blick auf die Hinterseite vom Rathaus und den Marktplatz.

Streetart in Tartu.

Streetart in Tartu.

 

Das Anatomie-Institut der Universität Tartu.

Das Anatomie-Institut der Universität Tartu.

Ruine der Kathedrale von Tartu.

Ruine der Kathedrale von Tartu.

Universitätshauptgebäude der Universität Tartu.

Universitätshauptgebäude der Universität Tartu.

Schiefes Haus am Marktplatz von Tartu.

Schiefes Haus am Marktplatz von Tartu.

 

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Alleine unter Frauen: Auf einer Baby shower in Helsinki

Alleine unter Frauen: Auf einer Baby shower in Helsinki

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 8

Nach meiner lustigen Fahrt von Tallinn nach Helsinki fahre ich vom Hafen mit der Straßenbahn in die Stadt hinein. Meine Couchsurfer-Gastgeberin für die nächsten zwei Nächte heißt Minna und ich treffe sie an einem Kiosk in der U-Bahnstation Sörnäinen. Wir gehen zusammen zu ihrer Wohnung, wo ich mein Gepäck ablade und mich kurz an einer Tasse Tee aufwärme. Auf dem Weg erzählte Minna mir, dass sie zu einer „Baby shower“ von einer guten Freundin eingeladen ist und fragte mich ob ich mitkommen wolle. „Klar!“, sagte ich. Schließlich wusste ich eh nicht was ich am Abend machen solle.
Also gehen wir zu ihrer Freundin, die im gleichen Viertel wohnt. „Das Viertel war früher mal ein Arbeiterviertel“, sagt sie. „Heute leben hier hauptsächlich Studenten und Künstler, nur die Kneipen und Stripclubs sind noch von früher geblieben.“
Auf was ich mich da genau einlasse wusste ich nicht. Von dem Begriff „Baby shower“ hatte ich vorher noch nie gehört. Auf dem Weg erzählt Minna von ihren Protesten bei einem Nato-Gipfel, ich erzähle von den Demonstrationen auf denen ich bisher so war. Schon auf der Couchsurfing-Seite hatten wir darüber kurz geschrieben, ich hatte sie angeschrieben, weil sie in ihrem Profil angab, dass sie politisch interessiert sei. Die Frau die heute die Baby shower veranstaltet, spiele in ihrer Band, sagt Minna. Sie machen hauptsächlich Punk, sind eine reine Frauenband und treten im Sommer sogar in Deutschland auf. An jedem Tag in einer anderen Stadt. Read the rest of this entry

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Nüchtern: Auf dem “Party-Schiff” von Tallinn nach Helsinki

Nüchtern: Auf dem “Party-Schiff” von Tallinn nach Helsinki
Kurz bevor das Schiff Helsinki erreicht geht die Sonne unter.

Kurz bevor das Schiff Helsinki erreicht geht die Sonne unter.

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 7

Wie sind „die“ Osteuropäer? Wie unterscheiden sie sich voneinander in der Mentalität? Um einen möglichst großen Kontrast auf der Fahrt zu bekommen und um mal wieder nach Skandinavien zu kommen, hatte ich Helsinki auf meine Route mit eingeplant. Von meiner Couchsurferin in Tallinn bin ich dann mit meinem großen Rucksack, meiner Kameratasche um den Hals und dem Stadtplan in der Hand in Richtung Hafen gelaufen. Zum Glück ist der nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Vorbei an mehreren Supermärkten und Weinläden erreiche ich das Terminal. Nach dem Ticketkauf muss ich noch einige Minuten warten bis das Schiff für die Passagiere geöffnet wird.

Ich setze mich in eine Ecke auf meinen Rucksack und beobachte das Treiben. Viele Menschen mit Sackkarren sind zu sehen, darauf stapeln sich mehrere Paletten mit Bier, die so aussehen als würden sie bald runter fallen, so hoch sind sie getürmt. Mehr geht nicht. Hinten in der Ecke am Ende des Raumes im Duty Free Shop wird weiter fleißig Alkohol gekauft, vor allem Bier. Palettenweise.

Von meiner Couchsurfer-Gastgeberin in Tallinn, einer Finnin, wurde ich schon vorgewarnt. Sie hatte mir erzählt, dass die Finnen zum Alkohol trinken und Alkoholeinkauf nach Estland mit der Fähre kämen. Eine Fahrt kostet 40€ pro Person mit dieser Fähre. Die Fahrt dauert nur vier Stunden. Viele der Wartenden haben eine geöffnete Bierdose in der Hand, oder öffnen sich gerade eine neue.
Dann geht es endlich los. Die Sackkarren setzen sich in Bewegung. Die Stimmung ist heiter. Obwohl es gerade mal früher Nachmittag ist, haben sich einige hier schon volllaufen lassen. Vor mir torkeln zwei größere blonde Hünen, so wie man sich Finnen vorstellt, in Richtung Schiff. An Deck setze ich mich in einen Gang, gegenüber von einem Restaurant. Im Rücken habe ich ein großes Panoramafenster. Hier gehen die Leute entlang, wenn sie etwas essen wollen oder zu einem der Shops wollen. Ein guter Beobachtungsplatz.
Das Schiff legt ab und nach einigen Durchsagen zur Sicherheit an Bord des Schiffes, wird die Öffnung des Duty Free Shops verkündet. Ein Traube von Menschen strömt jetzt in diese Richtung, so als hätten sie in Tallinn nicht genug die Gelegenheit gehabt einzukaufen. Die Menschen auf dem Schiff kommen aus fast allen Altersklassen, nur Kinder sind sehr wenige zu sehen. Wahrscheinlich wurden die alle zu Hause gelassen, damit sie nicht sehen, wie Mama und Papa sich hier die Kante geben.
Von den relativ normal wirkenden Leuten bis hin zu stark torkelnden sind alle Rauschstufen zu beobachten. Zwei Männer, etwa Mitte 30, sehen so aus als hätten sie sich in der letzten Nacht mit den falschen Leuten angelegt. Die violetten Ringe um die Augen und die blauen Flecken im Gesicht sehen nicht gerade nach Laternenpfahl aus. Aber das Bier im Plastikbecher schmeckt anscheinend auch ihnen. Mal mit einem halb leeren, mal mit einem vollen Becher kommen sie mehrmals an mir vorbei.
Mit der Zeit bekomme ich Hunger auf etwas deftiges. Ich entschließe mich die 20€ für das Buffet zu investieren und esse mich die verbleibenden 1,5 Stunden durch alle möglichen Sorten von Fleisch, Fisch, Sushi und Beilagen. Ich komme mir schon ein bisschen dekadent vor. Aber man muss sich ja auch mal was gönnen. An meinem Fensterplatz sehe ich, wie das Schiff auf eine große weiße Fläche zufährt. Kann das Schiff durch Eis fahren? Frage ich mich. Noch nie zuvor bin ich mit einem Schiff durch Eis gefahren. Die große weiße Fläche stellt sich als große Ansammlung kleiner- und mittelgroßer Eisschollen heraus. Am Ende ist mir schon etwas schlecht vom vielen Essen. Ich beschließe etwas frische Luft zu schnappen und gehe nach draußen. Dort ist es kalt, sehr kalt. Kalte Luft + Fahrtwind = -°C, mindestens, gefühlt. Das Schiff erreicht gerade die Küste und kleine Inseln sind zu sehen. Eine Frau, in etwa Mitte 50, die gerade zum rauchen nach draußen gegangen ist, spricht mich an: „We are here on a partyship. We go to Estonia to buy cheap alcohol, stay the night and have a looot of fun“, erklärt sie mir. Offensichtlich ist die Frau stark betrunken und weiß nicht wirklich was sie sagt. Nach ein paar weiteren erklärenden Sätzen wie „We are all drunk and happy!“ verabschiede ich mich und gehe wieder rein, zu kalt ist es draußen und das Schiff schon fast im Hafen.

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Vereinigt: Mit vier Europäerinnen in einer Schwulen-Bar in Tallinn

Vereinigt: Mit vier Europäerinnen in einer Schwulen-Bar in Tallinn

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.
Teil 6
Ganz im Norden von Europa von Osteuropa befindet sich ein Land, dass in vielen Dingen einen Schritt voraus ist. Vor allem im IT-Bereich. Es ist quasi das gottgelobte Land für alle Nerds und Geeks. Um dorthin zu kommen, hat mein Couchsurfer-Gastgeberpärchen mir den Reisebus empfohlen. Der sei am billigsten und schnellsten. Ganz einfach und schnell haben wir am Frühstückstisch ein Ticket nach Tallinn im Internet gekauft, Sitzplatz ausgesucht, per Kreditkarte bezahlt und ausgedruckt.
Nachmittags am großen Busterminal muss ich mein übriges lettisches Geld noch in Euros umwechseln, kaufe mir ein Sandwich und eine Sprite und muss dann auch schon zum Bus. Der ist gar nicht so leicht zu finden, so viele Busse stehen hier, fahren los oder kommen an. Ganz am Ende des Bussteiges steht dann meiner, ein gelber Bus der russischen Firma Ecolines, einem der Marktführer in Osteuropa und Russland. Mein Gepäck wird eingescannt, bekommt wie beim Flughafen einen Aufkleber und im Bus selber serviert eine Stewardess Getränke. Doch das beste auf der Fahrt: kostenloses drahtloses Internet. Die Fahrt ist angenehm und ruhig. Obwohl ich heute wenig gemacht habe, bin ich müde vom Tag. Bei meiner Couchsurfer-Gastgeberin, einer Finnin, die direkt im alten Stadtzentrum an der historischen Stadtmauer wohnt, schlafe ich nach dem Duschen sofort ein. Read the rest of this entry

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Einführung von Internetzensur?

Einführung von Internetzensur?

Seit dem ich weiß, dass ich nach Belarus gehen werden, informiere ich mich mehrmals in der Woche über die politische Lage im Land. Das tat ich meist auf charter97.org. Um offizielle staatliche Nachrichten zu lesen, habe ich den Twitterchannel von BelTA abonniert, der staatlichen Nachrichtenagentur. Auch hier in Belarus konnte ich die Seite von Charter 97 immer problemlos öffnen, doch seit heute ist der Zugang über das Wohnheiminternet blockiert.

Bei Charter 97 handelt es sich um eine Nachrichtenseite, die hauptsächlich von Belarussen im Exil geschrieben wird. Viele Meldungen sind nicht ausgewogen oder sachlich, aber eigentlich immer wahr. Die Seite berichtet über die Dinge, die nicht in den staatlichen Medien stehen und ist mit Abstand die beliebteste Nachrichtenquelle der Opposition und allen Leute die mehr wissen wollen. Der Interdienstleister Alexa.com listet die Seite auf Platz 20 im Ranking der beliebtesten belarussischen Webseiten.

Edit: 29.3.13, 21:35 Uhr: Kaum die Meldung geschrieben, schon geht die Seite wieder. Wahrscheinlich nur ein technischer Fehler…

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Ein Besuch in der Festung von Brest

Ein Besuch in der Festung von Brest

Letztes Wochenende habe ich einen Ausflug nach Brest gemacht. Vielen Deutschen ist die Stadt an der polnischen Grenze vermutlich vor allem wegen dem Brest-Litowsk-Vertrag während des Zweiten Weltkrieges bekannt. In Belarus denken die Menschen sofort an die Festung in Brest, wo die sowjetische Armee den Nazis fünf Tage lang Widerstand leistete, noch einen Monat später kam es zu vereinzelten Gefechten zwischen Besatzern und sich versteckenden Sowjets. Auf Grund dieses Ereignisses wurde Brest später als Heldenstadt ernannt.

Das kleine Highlight des Besuches der Festung war eine Übungsparade von Kindersoldaten jungen Menschen in Uniformen. 1997 wurder der Gedenkstätte übrigens der Titel eines “Zentrum zur patriotischen Erziehung der Jugend” vom langjährigen Präsidenten Alexander Lukaschenko verliehen. Was das heißt, konnten wir anscheinend am Samstag sehen.

Heute sind die Überreste der Festung eine der größten Touristenattraktionen des Landes. Neben der Festung befindet sich übrigens gleich die Grenze zu Polen, also die Festung Europa.

Eingang zur Brester Festung.

Eingang zur Brester Festung.

 

 

Übungsparade von (Kinder-)Soldaten.

Übungsparade von (Kinder-)Soldaten.

 

Orthodoxe Kirche auf dem Gelände der Festung.

Orthodoxe Kirche auf dem Gelände der Festung.

 

 

 

Das bekannte Eingangstor zur Festung.

Das bekannte Eingangstor zur Festung.

Grenze zu Polen/Beginn der Festung Europa: Hinten sieht man Video- und Wärmebildkameras.

Grenze zu Polen/Beginn der Festung Europa: Hinten sieht man Video- und Wärmebildkameras.

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Verzaubert: Riga als Hauptstadt des Jugendstils

Verzaubert: Riga als Hauptstadt des Jugendstils
Das Schwarhäupterhaus und die Petrikirche am Marktplatz.

Das Schwarhäupterhaus und die Petrikirche am Marktplatz in der Altstadt.

Winter in Osteuropa. Das klingt kalt. Ist es auch. Ich hatte jedoch Glück mit den Temperaturen und das kälteste dürften -15°C – -20°C gewesen sein. Um das Baltikum und die Ukraine kennenzulernen, war ich vom 10.1. bis zum 6.2.2012 unterwegs. Was ich auf meiner Reise erlebt habe, könnt ihr in dieser Artikelserie lesen.

Teil 5

Von Klaipeda in Litauen geht es auf in die nächste Hauptstadt im Baltikum: Riga, die mit Abstand größte Stadt in Lettland. Ein Minibus bringt mich, für nur wenige Euros, an mein Ziel. Die Fahrt verläuft unspektakulär, wenn man von den Überholmanövern des Fahrers auf der vereisten Autobahn absieht. Als ich am Abend in Riga ankomme ist es schon stockdunkel. Doch auf meinem Weg vom Hauptbahnhof zur Kunstakademie, wo ich meine Couchsurfer-Gastgeberin treffe, erahne ich schon die Schönheit der Stadt. Read the rest of this entry

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Hinter (Absperr-)Gittern: Opposition feiert Unabhängigkeitstag

Hinter (Absperr-)Gittern: Opposition feiert Unabhängigkeitstag

Vor dem Kino “Oktober” an der U-Bahnstation Akademija Navuk sammelten sich diesen Sonntag rund 1000 Bürgerinnen und Bürger um den Unabhängigkeitstag in einer Demonstration zu feiern. Es war der 95. Unabhängigkeitstag seit Gründung der ersten unabhängigen Republik Belarus. Auf dem Platz vor dem Kino war ein mit Gittern abgesperrter Bereich der nur durch Metalldetektoren betreten werden durfte, den betraten aber nur circa zehn Personen, die anderen bevorzugten es lieber außerhalb des Gitterkreises zu bleiben. Von dort ging es entlang der Ulitsa Surganova auf dem Fußgängerweg zum Park Druzhby Narodaw. Jedes Mal wenn eine Ampel kam, durften die Demonstrationsteilnehmer nur bei Grün die Straße passieren, damit der Autoverkehr nicht behindert wird. Erstaunlich viele ältere menschen beteiligten sich am Protest. Auf der Strecke war wenig uniformierte Polizei zu sehen, dafür waren mehrere Polizisten in zivil unterwegs, die meist einen Knopf im Ohr hatten und in der Hand eine Videokamera, also relativ leicht zu erkennen waren. Neben der weiß-rot-weißen Fahne, welche die Nationalflagge von Belarus nach der ersten Unabhängigkeit von 1918-1919 war, sowie nach der Sowjetunion von 1991 bis 1994. Danach wurden die Staatssymbole von Lukaschenko geändert.

Im Park angekommen, gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration auf einen großen Platz vor einer Bühne, um darauf zu kommen, musste sie wieder Metalldetektoren passieren und sich von Bereitschaftspolizisten durchsuchen lassen. Während der Kundgebung im Park wurden Reden gehalten und der Protestsong “Not to be cattle” (Не быць скотам) der Gruppe Ljapis Trubetskoy gesungen. Ironischerweise waren die Teilnehmer vor Ort tatsächlich eingezäunt wie Vieh, denn auch im Park war ihr Veranstaltungsort mit Gittern umzäunt. Neben mehr Freiheit forderten sie auch die Freilassung von politischen Gefangenen, unter anderem von dem Menschenrechtler Ales Belyatsky.

Anastasiya Dashkevich hält das Plakat ihres inhaftierten Ehemannes Zmitser Dashkevich.

Anastasiya Dashkevich hält das Plakat ihres inhaftierten Ehemannes Zmitser Dashkevich.

Organisatoren der Demonstration am Unabhängigkeitstag.

Organisatoren der Demonstration am Unabhängigkeitstag.

Auf dem Plakat: Mein schönes Minsk.

Auf dem Plakat: Mein schönes Minsk.

Wie am Flughafen: Demonstrationsteilnehmer müssen sich durchsuchen lassen.

Wie am Flughafen: DemonstrationsteilnehmerInnen müssen sich durchsuchen lassen.

Kundgebung im Park.

Kundgebung im Park.

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS

Fototour durch Grodno

Fototour durch Grodno

Es gibt noch weitere Städte in Belarus außer Minsk, die man schon einmal gesehen haben sollte, wenn man schon mal im Land ist. Dazu zählt unter anderem Grodno, welches zwar nur die fünftgrößte Stadt in Belarus ist, dafür aber sehenswert ist. Früher gehörte die Stadt auch schon mal zu Polen oder Litauen. Heute liegt sie nicht weit entfernt von diesen beiden Staaten in einem Drei-Länder-Eck. In der katholischen Kirche in der ich in Grodno war, konnte man zum Beispiel auch sehen, dass es hier eine polnische Minderheit gibt, mehrere Sprüche an den Wänden waren auf Polnisch. Um einen Eindruck zu bekommen, wie es da so ist, sind Marco und ich am Freitag dorthin gefahren, haben bei Couchsurfern übernachtet und uns dann am Samstag die Stadt angeschaut.

Alle Sehenswürdigkeiten können innerhalb von ein paar Stunden besichtigt werden. Es gibt nicht viele und diese liegen alle sehr nah beieinander.

Die Zugfahrt nach Grodno hat von Minsk auf der Hinfahrt übrigens nur ca. 2€ gekostet und 5 Std. gedauert, die Rückfahrt hat 6,5 Std. gedauert und 3€ gekostet. Beide Züge haben unterwegs an fast jedem Haus gehalten was an der Strecke lag.

Hier nun ein paar Impressionen aus Grodno:

 

Share and Enjoy

  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • Add to favorites
  • Email
  • RSS