Dynamo vs. Dynamo – Beim Eishockeyspiel in der Minsk-Arena

Dynamo vs. Dynamo – Beim Eishockeyspiel in der Minsk-Arena
Vor dem Spiel wird die Nationalhymne von Belarus gespielt.

Vor dem Spiel werden die Nationalhymnen von Litauen und Belarus gespielt.

Mit der Buslinie Nr. 1c, einem extra Shuttle-Bus, geht es von der Metro-Station Njamiga zur Minsk-Arena, einer großen neuen Multifunktionshalle in der auch oft Konzerte stattfinden. Vorbei an vielen Großbaustellen und neuen Glaspalästen. Die Stadt ist im Umbruch, die Wohnungspreise sind hoch, deswegen entstehen an allen Ecken neue Wohnungen. Außerdem werden neue Hotels für die Eishockey WM 2014 gebaut.

Bevor das Stadion betreten werden darf, geht es durch eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Dann muss nur noch das richtige Stockwerk gefunden werden, was gar nicht so einfach ist, denn das steht nicht auf der Karte, nur die Tribüne, der Sektor sowie natürlich die Reihe und der Platz. Das Ticket für das Spiel Dynamo Minsk gegen Dynamo Riga hat übrigens 20.000 belarussische Rubel gekostet, was umgerechnet etwa 1,75€ sind. Nicht gerade viel für ein Eishockeyspiel in der Kontinental Hockey League, also der ersten Liga von Russland und einigen umliegenden Staaten. Nachdem der Sektor gefunden ist, geht’s in die Arena. Vorher noch einen Fanschal für 4,40€ als Souvenir sowie Popcorn und Saft gekauft. Noch während des Vorprogramms will ich etwas trinken, dann kommt schon eine Frau an, die sagt, dass es nicht erlaubt sei in der Halle etwas zu trinken. Das soll mal jemand verstehen… Bei selbst mitgebrachten Getränken könnte ich das ja noch verstehen, aber wenn Getränke verkauft werden, ist es irgendwie absurd, dass sie nur im Foyer getrunken werden dürfen.

Das Stadion ist leider nur halbvoll, obwohl es das letzte Spiel in der Saison ist. Aber es geht um nichts mehr. Das Spiel wird auch im Fernsehen auf dem Kanal Belarus 2 übertragen. Während des Vorprogramms, bei dem zuerst eine Trommelgruppe am Spielfeldrand auftritt und danach ein paar Cheerleader in der Mitte tanzen, ist die Halle relativ dunkel und die Treppenstufen in den Oberrängen werden durch LEDs abwechselnd beleuchtet. Das Lied was während der Cheerleader-Performance lief war übrigens „Hey Baby“ von Dj Ötzi.

Das Spiel selber ist nicht besonders, die Schiedsrichter haben wenig zu tun, müssen kaum abpfeifen und Strafzeiten gibt es auch kaum welche. Man merkt das es um nichts mehr geht. Wirklich nervig sind einminütige Unterbrechungen, bei denen vier Mädchen auf das Eis laufen und den Schnee auf Flächen vor den Toren und den Spielerbänken wegschieben. Während dieser Zeit wird auf der Videoleinwand Werbung abgespielt. Den Sinn dieser Aktion hat sich mir noch nicht erschlossen, obwohl ich sechs Jahre selber Eishockey gespielt habe. Vielleicht wurde in der Zeit im Fernsehen ebenfalls Werbung gezeigt.

Am Ende war ich ein bisschen enttäuscht, dass das Stadion nur halbvoll war, es vielleicht auch deswegen nicht so richtig Stimmung aufkam. Aber vielleicht ist es ja auch normal, dass die Leute eher still da sitzen und sich das Spiel anschauen, ähnlich wie in Schweden, wo es auch keine lauten Fangesänge und viel Unterstützung vom Publikum für das Team gibt. Das Stadion ist auf jeden Fall super, die Organisation klappt und es wirkt alles sehr professionell; anders als beim Fußball wo alles eher improvisiert wirkt. Nur ein wenig kalt war es. In anderen modernen Multifunktionsarenen ist es normalerweise so warm, so dass man im T-Shirt Eishockey gucken kann. Selbst der alte Wellblechpalast der Berliner Eisbären war beheizt.

Dynamo Minsk hat übrigens 0:1 verloren.

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